26.02.2025 26.02.2025 live im Fernsehen: Saurierknochen in der Röhre
Saurierschädel aus dem Museum des Instituts ist im derzeit weltweit modernsten Photon-Counting Computer-Tomographiegerät in der Radiologie der Universitätsmedizin Mannheim untersucht worden.
Das Institut für Geowissenschaften wird den Reiss-Engelhorn-Museen (rem) zwei Exponate für ihre Saurierausstellung (vom 12.10.25 bis 02.08.26) zur Verfügung stellen. Die rem ermöglichten am Montag-Nachmittag (24.02.2025) unter der Führung von Wilfried Rosendahl (Generaldirektor der rem) und in Kooperation mit der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin der Mannheimer Universitätsmedizin die Untersuchung von sechs Saurierobjekten. Dabei handelte es sich einerseits um eines unserer Leihobjekte sowie um neueste Funde aus der Pfalz, die zu Exponaten des Urweltmuseums GEOSKOP in Thallichtenberg gehören. Die Versteinerungen sind 300 Millionen Jahre alt (Oberkarbon), aber erst 2013 und 2018 in einem Steinbruch am Remigiusberg im Kreis Kusel entdeckt und von einem internationalen Forscherteam als neue Ursaurierart identifiziert worden. Die GEOSKOP-Objekte haben erstaunlich gut erhaltenen Knochenstrukturen, so dass die hochauflösende, zerstörungsfreie Photonen-CT-Untersuchung tatsächlich zu neuen Erkenntnissen führen können.
Dagegen handelt es sich bei dem Instituts-Objekt um einen sehr gut erhaltenen Steinkern von „Odenwaldia heidelbergensis“ (Morales & Kamphausen, 1984), einem Lurchschädel, der Anfang der 1960er-Jahre im Odenwald entdeckt wurde. Bei Steinkernen werden die Knochen vollständig umgewandelt, so dass die bildgebende Technik hier vor allem genutzt wird um hochauflösende Bilder und dreidimensionale Datensätze des Schädels zu ermöglichen.
Das große Amphibium ist 248 Millionen Jahre alt und stammt aus der Unteren Trias, dem Buntsandstein. Odenwaldia gehört zu den Capitosauriern, räuberisch lebende Amphibien, die als sogenannte Lauerjäger, so wie heutige Krokodile, Fische und kleinere Amphibien gejagt haben. Mit ca. 1,5 Metern Länge gehörten sie damit zur Gruppe der größten Amphibien, die es in der Erdgeschichte gab. Die Erdgeschichte der „Ursaurier“, die fast 70 Millionen Jahre vor den Dinosauriern gelebt haben, will das rem ab dem 12. Oktober anhand zahlreicher versteinerter Lebensreste, Skelette, lebensechter Rekonstruktionen und Präparate in seiner Ausstellung vorstellen.
Für die Untersuchungen wurde das seit 2022 am Standort befindliche Siemens Healthineers Photon-Counting Computertomographie-Gerät „Naeotom-Alpha“ verwendet und durch Oberarzt Matthias Frölich technisch betreut. Das Institut für Geowissenschaften dankt allen Beteiligten für die großartige Kooperation.
Mannheimer Rem
Da auch das SWR3-Fernsehen bei der Aktion anwesend war, kann der Beitrag heute Abend live in SWR3 Aktuell angesehen werden (später noch einige Zeit in der Mediathek abrufbar).
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